Werdet Nein-SagerInnen!

…das ist eine der Kernaussagen aus dem Webtalk mit Thomas-Rüdiger Gabriel, Cyberkriminologe im KiKa anlässlich des 7. Safer Internet Days am 07.02.2017. Den Webtalk könnt ihr mit einem Klick hier ansehen. Der Ein oder Andere hat vielleicht schon größere Kinder, die Cybercrime betreffen könnte, in jedem Fall werden unsere Minis früher oder später in das Alter kommen, wo es für jeden ein Thema sein sollte, über das er sich als Elternteil informiert hat. Ich habe euch die wichtigesten Informationen in der Grafik zusammengefasst (das entbindet euch aber nicht von der Bitte den Webtalk wirklich zu schauen – diese knapp 60 Minuten lohnen sich!)

 

Als Bloggerin, vor allem als Elternbloggerin, ist das für mich ein heißes Thema. Digitaler Narzissmuss ist ja durchaus auch an mir haftend, denn ich teile meine Gedanken über das Web mit euch. Ich freue mich über Klicks, Likes und geteilte Inhalte. Ich denke das ist auch legitim, wenn man sich für diesen Weg entscheidet. Aber auch ich habe mir natürlich vorher Gedanken gemacht, wie weit ich meine Kinder in meine Bloggerei mit einbeziehen möchte und will. Für mich ist klar, dass ich von meinen Kindern keinen Namen nennen werde und keine Gesichter auf Bildern zeigen werde. Ich versuche so zu fotografieren, dass man nie ihre Gesichter sieht, Bilder wo man sie sieht verwende ich nicht für den Blog oder Instagram. Ich versuche aus ihrer Perspektive zu fotografieren oder eben aus meiner als Mutter. Denn in erster Linie ist mein Blog ein Mutti-Blog, der aus meine Perspektive Dinge beleuchtet. Das betrifft natürlich und vor allem meine Kinder. Ich überlege auch wenn ich über sie schreibe, ob das was ich jetzt schreibe später mal peinlich für sie sein könnte oder eben nicht. Wenn ich Zweifel habe schreibe ich es nicht. Das bin ich ihnen schuldig. So lustig der Alltag mit ihnen ist, nicht alles gehört hier her.

Ich habe bald die erste Kooperation für den Blog und auch da werde ich die Kinder nicht zeigen. Ich habe meine Kinder nicht als Profilbilder auf Facebook oder WhattsApp – denn da kann sie eben jeder sehen – und ggf. können Menschen, die nicht ihr Bestes wollen so wie ich als Mutter, Dinge damit machen, die ich nicht für sie möchte und die sie für sich selbst nicht möchten (Denn auch meine Kinder werden mal mündige BürgerInnen – und damit haben sie auch das Recht an ihren Daten erworben, die ich von ihnen mache). Ich habe vor Weihnachten schon in einem Beitrag den verletzten Datenschutz und die (nicht absichtlich gewollte) Missachtung der Bildrechte meiner Kinder der KiTa moniert. Ich bin immer wieder irritiert, wie viele private Kinderbilder ich auf eigentlich privaten Profilen im Netz entdecke. Also Menschen, die sich nicht wie ich dafür entschieden haben zu bloggen. Ich finde es ok, wenn man sein Glück mit der Welt teilen möchte, aber auch ich frage mich immer wieder: Ist diese Information jetzt etwas was ich ruhigen Gewissens auch auf dem Dorfplatz Fremden erzählen oder zeigen würde, oder gehört das jetzt nicht in die Öffentlichkeit (und das Internet ist schlicht und ergreifend öffentlihch)? Ein Thema, das auch immer mal wieder in meinen Müttergruppen diskutiert wird. Ob nun auf WhattsApp, Facebook oder unter den Fellowern auf Instagram.

Kennt ihr auf Facebook die Seite Little Miss & Mister ? Auf dieser Seite versuchen Menschen auf den leichtfertigen Upload von Kinderbildern aufmerksam zu machen. Ich bin in vielen Mutti-Gruppen auf Facebook unterwegs und es wird immer mal wieder kontrovers diskutiert. Die BetreiberInnen der Seite teilen Bilder aus Profilen von Eltern. Bilder die ihre Kinder zeigen. Ihr Anliegen ist wohl, auf sehr harte Art und Weise, den Eltern zu verdeutlichen, dass die Bilder sehr weit mehr Menschen sehen, als vielleicht nur der Freundeskreis, für den diese Bilder vielleicht ursprünglich gedacht waren. Ich habe in meinem Berufsalltag schon öfter das Thema „In Facebook richtig eingestellt“ besprochen. Im Grunde muss sich jeder, der dieses Medium (exzessiv?) nutzt damit beschäftigen. Haken an der richtigen Stelle gesetzt, und das Bild bekommen wirklich nur die Leute zu sehen, für die es bestimmt war. Und dann landet es eben auch nicht auf der oben genannten Seite. Die Akteure machen sich nicht strafbar. Sie teilen die Inhalte nur. Sie fertigen keine Screenshots oder Kopien an (das machen dann die Pädophilen oder andere Kriminelle).

Worauf ich hinaus will: Jeder Elter, jedes Elternpaar, sollte sich zu diesem Thema einen Standpunkt erarbeiten und diese Haltung für sich und seine Kinder auch vertreten und umsetzen. Ich mag soziale Netzwerke. Sie geben unglaublich viele Möglichkeiten sich positiv zu vernetzen – ABER es gibt eben auch genug Menschen, die diese Netzwerke für ihre Neigungen, für ihre kriminellen Vorhaben oder andere Dinge ausnutzen und missbrauchen. Und hier sind meistens am Ende nicht die Eltern die Betroffenen sondern, wie der Cyberkriminologe Rüdiger treffend feststellt, die Kinder – und die haben den Schutz der Gesellschaft verdient! Auf der Straße, wenn wir sie an die Hand nehmen und im Web, wenn sie nicht für alle preis geben.

Wie steht ihr dazu? Habt ihr das zusammen als Eltern besprochen oder hat sich das alles einfach irgendwie ergeben? Ich bin gespannt.

Birgit

Du magst vielleicht auch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.