Noros Angriff auf die Faireinbarkeit

Heute ist so ein Tag, da bin ich nur noch genervt. Die Woche ist einen Tag jung – wir freuen uns nach dem Wochenende (und ja das meine ich ernst) endlich wieder arbeiten zu können. Es ist also Montag am Abend, ca. 22.00 Uhr. Ich bin gerade eingeschlafen nachdem ich das Milchmädchen mehrfach in den Schlaf gestillt habe, der Provinzpapa sitzt noch am Schreibtisch und arbeitet für die Schule, als es auf einmal panisch MAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAMIIIIIIIIIIIIIIIIIII aus dem Kinderschlafzimmer brüllt.

Der Papa reagiert sofort, ich versuche irgendwo zwischen Tor zum Traumland und Realität zu trennen – es klappt erst als ich das Kind kotzend über dem Klo höre. Ich schaue kurz nach dem Milchmädchen, mache reflexartig das Babyphone an und laufe verklingelt zum Bad. Dort sitzt das Kleinkind auf der Fußbank und bricht sich die Seele ins Klo. Ich halte also meinen Dreijährigen im Arm, er schläft fast ein beim Erbrechen. Natürlich sucht sich Tante Noro nicht nur diesen Ausgang – sondern auch den unten. Ich wische das Kind, wische das Bad, beruhige das Kind, der Papa beruhigt mich. Das Milchmädchen immerhin schläft. Wir präparieren das Familienbett, Handtücher rein, Eimer hoch holen, Sterilium fürs Bad und Hände. Alles nur Zweckoptimismus – wir wissen von Tante Noros letztem Besuch, dass sie mit allen kuscheln möchte.

Der Muck zittert und friert, Fieber! Ich halte ihn bis er schläft, das Milchmädchen möchte natürlich noch eine Milch bevor ich schlafe und ich hoffe nur, dass sie es nicht auch noch bekommt. Papa schläft im Arbeitszimmer. Ab jetzt gilt: Jeder sieht zu so viel Schlaf es nur geht zu bekommen. Bei jedem Husten oder Gulgern des Kindes werde ich munter, ich träume schlecht, ich hab doch eigentlich morgen viel zu tun.

Ich bleibe Zuhause. Das Kind bibbert, will nur kuscheln und hat keinen Hunger. Noro ist in Hochform. Danke. Die Wäsche stapelt sich. Nach Noro ist ja auch immer irgendwie vor dem Mount Wäscherest. Aber so weit sind wir noch nicht. Wir planen die nächsten Tage, wer wann Termine hat und sich wann ums Kind kümmert und wie das alles mit dem Dienstplan des Mannes und meinen Terminen vereinbar ist. Glücklicherweise ist der Januar als Selbstständige meistens ruhig. Das Jahr rollt erst an, wir wollen aber noch keine Krankentage verschenken.

Ich habe übrigens ein Reformidee: Wie wäre es, wenn Eltern mit Kindern, die nicht genutzten Kranktage einfach ins nächste Jahr übertragen können? Also meinetwegen für die ersten 14 Jahre ein Kontingent an 140 Kranktagen für jedes Kind und jeden Elter – wenn ich Tage spare dann super, das kann ich flexibel umbuchen in andere Jahre oder vorziehen (falls nötig)? Ihr meint ich habe selbst auch Fieber? Kann sein – jedenfalls schlägt mir Noro bestimmt auch noch auf den Magen, Noro kuschelt ja gern mit allen in der Familien der Reihe nach, die standhaftesten fallen eben nur meistens zum Schluss.

Und während ich noch überlege, welche Termine ich vorsorglich noch in die nächste Woche schiebe wächst der Mount Wäscherest weiter #ausgründen!

Welch Start in die Woche. Immer das Positive zu sehen bedeutet beim erneuten Besuch von Tante Noro wohl, dass es gut ist, dass das dreijährige Kind bisher das Klo zielsicher getroffen hat und nicht wie beim letzten Mal, die Wand quer durchs Treppenhaus.

Ich hoffe bei euch läuft´s ruhiger an,

Birgit

#Vereinbarkeitsgeschichen #Vereinbarkeit #kindkrank

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