Im Wartezimmer …

#wazi #story – zunächst: Ich mag die Praxis im nahe gelegenen Plattenbauviertel. Immer ein Parkplatz (nicht wie in der Stadt), immer ein Arzt da (nicht wie in der Provinz), immer Menschen wie ich sie aus meiner Kindheit im Plattenbau kenne – ich fühle mich dort normal und ich mag die Leute um mich. Dennoch: Da stand ich letzte Woche seit zwei Minuten in der Schlange, der Mann (Typ Silberrücken, sichtbar jenseits der 65) hinter mir kann also nicht wesentlich länger gestanden haben. Auf einmal motzt es in meinem Rücken los „Wann geht’s e hier ma weiter!“ (Keine Frage, eher als verbaler Faustschlag mit mega frechem Unterton). Die Schwestern schauen irritiert von ihrer Arbeit und suchen nach Worten. Müssen sie nicht – die Provinzmutti hat das fix übernommen:

Ich: „Sie warten doch noch gar nicht lange. Sie sehen außerdem, dass die Damen weder Kaffee trinken noch schlafen sondern gerade arbeiten.“ Er: „Na trotzdem. Ich hab keeene Zeit!“ Ich: „Ich denke Sie haben als Rentner mindestens so viel Zeit, wie ich als berufstätige Mutter zweier Kinder!“ … #silencium die Schwestern feiern, die Ärztin die zufällig kam auch. Der Mann wütet vor sich hin. Wie mich solche Leute ärgern! Diese Verrohung. Woher dieser Moosmuffeligkeit? Ohne Guten Tag, ohne jeden Grund. Ich versteh es nicht. Mein Mann wurde in der selben Praxis in der gleichen Wochen auch von einem Typ Silberrücken vollgemotzt. Er wies den Mann darauf hin, dass er vor ihm in der Schlange stand und er sich gerade vorgedrängelt hatte. Worauf er ein: „Gehen Sie lieber arbeiten als hier krank zu feiern, ich bin Privatpatient, ich darf vor Sie!“ von dem Mann um die Ohren gehauen bekam. Da er sich gerade mit einer Bronchitis quält war er nicht wirklich schlagfertig – obwohl er innerlich zum Schlag fertig war. Affektkontrolle sei Dank ärgerte er sich aber nur ein bisschen und gab sich seinem Husten hin und verteilte noch ein paar Bazillen, gratis auch für den Privatpatienten.

Naja jedenfalls hab ich Physiotherapie und Massagen verschrieben bekommen (und das als Kassenpatientin ). Auf die Frage, ob ich es bereits mit Wärme versucht hätte antwortete ich mit ja. An der Heizung im Kinderzimmer, wenn ich auf die Kinder aufpasse. Ich habe mir einen Nerv eingeklemmt oder was auch immer und bin bewegungsmäßig zur Zeit leicht eingeschränkt. Ich erhielt nebem dem Rezept noch den Ratschlag mir mehr Gutes zu tun – ja ja – wenn da nicht nur die Freiberuflichkeit, Gründungszeit für das eigene Unternehmen, zwei Kinder, diverse Ehrenämter und und und wären. Nicht falsch verstehen: Ich mag den Stress. Er stresst mich nicht, ich empfinde ihn als positiv, etwas zu Schaffen, Menschen zu neuen Lösungen im kreativen Bereich zu bringen. Ich werde mir aber noch einemal meinen Schreibtisch und mein Schreibverhalten / Sitzverhalten am PC genau analysieren lassen. Die Ärztin hat diesbezüglich schon Recht, dass ich da mehr auf mich achten muss, da ich ja noch lange meine eigene Chefin sein möchte. Es ist nur so lästig, hier aus dem Nirvana der Provinz irgendwo eine halbe Stunde hin zu gondeln, um dann dort effektiven Sport oder gutes Trainig zu erhalten. Das was es hier gibt, das ist nicht meins. Ich komme vom Tanz, habe über 20 Jahre getanzt und auch selbst unterrichtet. Da ist nicht jedes Angebot für mich einen Jubelschrei wert. Da wo ich gern trainieren würde bin ich hin und zurück über 1 Stunde unterwegs – und da habe ich mich noch nicht umgezogen, nicht geduscht und noch nichts trainiert. Das nervt mich an der Provinz. Für gute Angebote meilenweit rumgurken zu müssen. Ist ja nicht so, dass ich nicht noch zwei Kleinkinder zu genau der Zeit auch daheim habe, die nach der Arbeit ihre Mama wollen (und den Papa natürlich auch) und sie auch haben sollen.

Egal. Ich werde meinem Rücken zuliebe eine Lösung finden müssen. Habt ihr Ideen für Workouts daheim? Oder in Fahrweite hier in Erfurt wo ich nicht ewig unterwegs bin? (…und laufen geht gar nicht – das ist für mich genauso langweilig wie Kinofilme schauen…)

Ich bin für jeden Tipp dankbar 🙂

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