Geburtsbericht Milchmädchen

Meine ‪#‎Werbetrommel‬ ist zwar heute leer und der Inhalt fast acht Monate alt – das Thema ‪#‎Hebammenunterstützung‬ bleibt dennoch brandaktuell und ich möchte heute am internationalen ‪#‎TagderHebamme‬ daran erinnern. Es ist wichtig, dass es diese besonderen Frauen (Geburtspfleger_Innen) gibt, am Besten in einer 1:1 Betreuung vor, unter und nach der ‪#‎Geburt‬, egal wo DEIN ‪#‎Kind‬ geboren werden soll. Ich habe mich letztes Jahr nach der Erfahrung meiner ersten Geburt für mein zweites Kind dazu entschieden, es in einer Klink mit ca. 30 Minuten Autofahrtweg zur Welt zu bringen, und nicht in der 15 Minuten entfernten größten Klinik, hier in der Provinz. Zu den Gründen zählten: bessere und ruhigere Wochenbettbettbetreuung, Möglichkeit eines Familienzimmers, Bonding- und Stillfreundlichkeit, Möglichkeit zum Auspulsieren der Nabelschnur, negative Erfahrungen im Vorfeld mit der Wöchnerinnenstation der näheren Klinik, keine „Willkommens-Flexüle“ in der kleineren Klinik, natürliche und vielfältige Geburtsmöglichkeiten, niedrige Kaiserschnittrate, keine „PDA-Einladung“ zum ‪#‎Geburtsvorgespräch‬, keine Sätze wie „Das müssen Sie unter der Geburt aushandeln, bei uns ist dies und das eigentlich Standard!“. Ich bin nicht ‚Standard‘, ich bin ein individueller Fall. Und ICH wollte nichts aushandeln, schon gar nicht wenn es um mich und mein ‪#‎Baby‬ in so einem Zustand geht. Ich wollte darauf vertrauen können, dass die (das Personal der Klinik) in MICH und meine Fähigkeiten als ‪#‎Gebärende‬ vertrauen und nur im ‪#‎Notfall‬ eingreifen. Daher meine Wahl der entfernteren Klinik.
Nun ja: Am Ende ging alle so verdammt schnell. Ich wollte noch in Ruhe frühstücken, wer weiß wie lang das Baby braucht, am Ende gehe ich hungrig in die Geburt, das ist für alle nicht schön. Ich muss aufstehen beim Essen, das Sitzen wird unangenehm, mein Mann sagt „Wir fahren ‪#‎JETZT‬!“ Ich bin schon nicht mehr Herrin meiner Sinne. Das ist mir aber nicht klar 😉 Wir fahren die ersten Minuten (Ich hatte da gerade eine knappe Stunde Wehen daheim, so im Format „leichter Muskelkater“ – also nichts Intensives) als mein Mann schon überlegt in die andere Klinik zu fahren, weil er ahnt, dass könne knapp werden. Später sagt er, er habe keine Diskussionen mit mir führen wollen und sich an einfach meinen Wunsch gehalten, wo ICH entbinden wollte. Die ‪#‎Wehen‬ kommen plötzlich sehr stark (Stichwort Wehensturm – habe ich nicht gekannt vorher), alles unter 2-3 Minuten und mit starkem ‪#‎Pressdrang‬. Wir halten endlich auf einem Parkplatz im Niemandsland vor einer Brauerei. Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht ahne, mein Mann aber längst gecheckt hat, ist, dass der Kopf bereits so tief sitzt und „sichtbar“ heraus will. Er brüllt mich (in seiner puren Verzweiflung 😉 ) zurück ins Auto mit den Worten „Du muss noch nicht pressen, nicht hier, nicht jetzt, wir fahren!“. Ich bestehe darauf, den Notruf anzurufen, sie sagen, wir sollen fahren, sie wären nicht schnell genug da. Ich krieche in den Kofferraum, sitzen kann ich da nicht mehr. Er räumt seinen Bierkasten aus dem Kofferraum auf den Beifahrersitz. Auf die Rückbank kann ich nicht, dort sind die beiden Kindersitze. Einer für unseren Erstgeborenen und einer für das Kind in meinem Bauch, dass so dringend raus möchte. Wir fahren schnell. Autos geben Lichthupe – wahrscheinlich fahren wir über rote Ampeln – vermute ich mit Blick aus dem Rückfenster. Endlich kommen wir an. Wir halten einfach mitten im Haupteingang, mein Mann will los einen Rollstuhl holen. Ich realisiere, dass ich allein bin, im Kofferraum, mit Pressdrang. Scheisse! Ich rufe nach meiner Mama (eigentlich wimmere ich), ich brülle ihn zurück, wir laufen irgendwie in die Klinik. Nur leider ist es erst 07:25 Uhr und kein Mensch dort zu sehen, außer einem älteren Patienten, der einen riesen Schreck hat als mein Mann ruft: „Wo ist ein Rollstuhl, verdammt!?!“ Ich sehe einen. Wie in Trance sage ich: „Da!“. Er holt ihn, der Alte bleibt erstaunt zurück, das Auto offen in der Einfahrt. „Jetzt noch drei Etagen mit dem (gläsernen) Fahrtstuhl durchhalten!“ denke ich, bloß nicht hier. Dann folgt der filmreife ‪#‎Endspurt‬ in den ‪#‎Kreißsaal‬. Ich mich stützend – Sitzen geht nicht, Kopf will raus, im Rollstuhl. Die Hebamme am Empfang ruft nur: „Hier rein!“ Zack ich bin im Kreißsaal. Es ist 7:27 Uhr. Ich will auf Toilette. Es ist 7.28 Uhr meine Fruchtblase platzt. Die Hebamme sagt: „Sie müssen nicht auf Toilette, das ist ihr Kind, schaffen Sie es auf das Bett?“ Na und ob ich das noch schaffe – ich hab es bis in den Kreißsaal meiner Wahl geschafft. Drei Wehen später, es ist 7:35, sind wir zu dritt, also eigentlich zu viert! Alles in unter 90 Minuten ohne CTG, Schmerzmittel oder irgendwas. Ich lerne, dass so eine Geburt Sturzgeburt heißt. Ich stelle mich endlich der ‪#‎Hebamme‬ vor und sie sich mir. Wir hatten keine Zeit uns vorher auch nur annähernd kennen zu lernen. Mein Mann ist fix und fertig und parkt erstmal das Auto um und meldet mich nachträglich in der Klinik an. Sollte ich jemals ein Drittes bekommen: Ich werde über die ‪#‎Hausgeburt‬ intensiver nachdenken.
Warum ich das alles aufschreibe heute hier und jetzt? Weil ICH unter der Geburt eine Hebamme brauche und die Gewissheit, dass man MIR vertraut und meinen Fähigkeiten. Das wäre in der näheren Klinik nicht der Fall gewesen. Daher der ganze Fahrtstress und der Stress unter der Geburt. Es ist so wichtig, dass es Initiativen wie https://www.facebook.com/motherhoodev/ und viele andere gibt. Die Politik wäre gut beraten, endlich dafür zu sorgen, dass frau sich vor der Geburt nicht so viele Gedanken machen muss darüber, wo und ob sie eine Hebamme her bekommt, wie hoch die Kaiserschnittrate (aufgrund vielleicht auch mangelnder 1:1 Betreuung im Kreißsaal?) ist oder ob sie unter der Geburt um möglichst wenige Interventionen verhandeln muss. Das sollte selbstverständlich sein! Je besser die Betreuung vor, während und nach der Geburt, umso geringer die Komplikationen.

Stärkt die Frauen! ‚Empowert‘ die Frauen ihr lieben ‪#‎Hebammen‬!

Ich brauche euch – ‪#‎WIR‬ brauchen euch – meinte ‪#‎Tochter‬ und mein ‪#‎Sohn‬ werden euch bestimmt auch einmal brauchen!

Und ihr Politiker_Innen: Sorgt dafür, dass ich mir keine Sorgen machen muss – denn es ist nicht egal, wie wir geboren werden!

‪#‎herrmanngröhe‬ ‪#‎geborenmitderhilfemeinerhebamme‬ ‪#‎sichereGeburt‬ ‪#‎BundeministeriumfürGesundheit‬ ‪#‎motherhoodev‬ ‪#‎motherhood‬ ‪#‎vatertagswunsch‬ ‪#‎muttertagswunsch‬

Über meine erste Geburt werde ich am Tag der Red Roses Revolution schreiben …‪#‎redrose‬ ‪#‎rosesrevolution‬

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